
Bianca 123,
grundsätzlich ist das Einsparen von Energie natürlich eine gute Sache. Alte Beleuchtung gegen moderne Energiesparbeleuchtung ersetzen, alte Elektrogrossgeräte (Herde Kühl/Gefriergeräte) gegen modernere effizientere, auszutauschen... Steckdosenleisten anschaffen, die separat ausgeschaltet werden können, und so auch Geräte die permanent im "Standby-Betrieb" stehen vom Netz zu trennen und damit stromlos zu stellen. Aber obacht! dadurch gehen auch die Geräte aus die du evtl. noch brauchst (Radiowecker...)
Der Wechsel zu einem anderen Stromanbieter kann sich lohnen. Aber auch hier lauern Fallstricke. In den allermeisten Vergleichsportalen werden nur die Preise der "Grundversorgung" verglichen. Das ist üblicherweise der teuerste Tarif jedes Anbieters!. Damit ein Vergleich aussagekräftig wird muss gleiches mit gleichem Verglichen werden. Also heist es in die letzte Rechnung schauen was die dort abgerechneten Preise pro KWh waren, und diese dann über die Tarifrechner, die viele Anbieter im Internet zur Verfügung stellen, dann vergleichen.
Hier ist es ratsam sich die Ergebnisse auszudrucken und in Papierform nebeneinander besser vergleichen zu können.
Viele Anbieter bieten irgendwelche Besonderheiten mit an (z.B. Stromausfallversicherungen..) die dann natürlich die Preise zusätzlich erhöhen. Sowas braucht kein Mensch. Oft wird auch bei den Preisangaben getrickst. Die einen geben den kWh-Preis mit andere ohne Abgaben und Steuern an. Auch da muss man aufpassen was man gerade vor sich hat und vergleicht. Wenn du z.B einen Stromzähler mit Tag/Nachtstromumschaltung hast nutzt Dich der Preis für einen normalen Eintarifzähler (ohne diese Umschaltung) nix! Das Gleiche bei Heizstromverträgen! Sowas bietet nicht jeder Anbieter an.
Von Festen Verbrauchsmengentarifen ist abzuraten! Fällt der Verbrauch mal höher aus als vereinbart wird es teuer sehr teuer, und wird der vereinbarte Verbrauch nicht erreicht erhälst du das "zuviel" gezahlte Geld nicht zurück! Finger weg von solchen Verträgen! Das gleiche gilt für Laufzeiten über 12 Monate! Die Energiepreise werden weiter steigen weil der Ausbau der erneuerbaren Energien via Strompreis auf alle Kunden umgelegt wird.
Sehr oft lohnt auch ein blick in die aktuellen Angebote des seitherigen Anbieters, denn kein Unternehmen bietet seinen Kunden von alleine den günstigsten Tarif an! Die Unternehmen rechnen mit der bequemlichkeit der leute, die sich in dem (nicht zufälligen) Tarifdschungel nicht mehr zurechtfinden und deshalb bleiben wo sie sind...
Viele Versorger bieten auch Oneline-Tarife an, da erfolgt der gesamte Kundenverkehr und auch die Rechnungen ausschliesslich über das Internet. Das heist als Kunde musst Du Dir dann Deine Rechnung selbst runterladen, sobald der Versorger via E-Mail mitgeteilt hat das die Rechnung bereitsteht. Da muss man wissen ob man das möchte!
der Wechsel an sich ist sehr einfach und unproblematisch. Hier hat die Bundesnetzagentur Richtlinien vorgegeben. In aller Regel funktioniert das. Sobald Du bei dem neuen Versorger unterschrieben hast, veranlasst dieser alles weitere, z.B. auch die Kündigung beim alten Anbieter. Die Versorgung ist jederzeit sichergestellt. Evtl musst du zum zeitpunkt des Versogungsüberganges an den alten Anbieter den aktuellen Zählerstandmitteilen damit dieser stichtagsgerecht für Dich die Endabrechnung erstellen kann.
Viel Erfolg! Berichtest Du von Deinen Erfahrungen??
Hanseat62(udo)
P.S. Ich bin seit 25 Jahren Energieabrechner bei einem großen Versorgungsunternehmen und weis also wovon ich schreibe....